Mein Weg mit einem Bandscheibenvorfall (L5/S1) – #4

Hinweis: Dieser Artikel ist Teil einer Serie, also würde es eventuell Sinn machen, die vorherigen Artikel ebenfalls zu lesen, da sie aufeinander aufbauend sind:

Mein Weg – Teil 3
Mein Weg – Teil 2
Mein Weg – Teil 1

Wieder am Anfang

Nach mehreren Besuchen bei Dr. Loewit standen wir komischerweise wieder am Anfang der Prozedur und mir blieb schließlich nichts anderes übrig, als die Überweisung ins Krankenhaus wahrzunehmen und mich stationär aufnehmen zu lassen. Ich hielt die Schmerzen einfach nicht aus und ich weiß auch nicht, ob ich mich nicht sogar schon in der Phase einer Schmerzdepression befand, es war auf jeden Fall keine einfache Zeit, aber aus jedem Niederschlag kann man etwas lernen – es stimmt an sich, doch ist einfacher gesagt als getan – man muss die Kraft haben, um bei klaren Geist zu bleiben und das Beste daraus machen.

Meditation

Eine Tätigkeit, die ich abgesehen vom Bandscheibenvorfall schon ausübte, half mir ebenfalls etwas – und zwar die Meditation. Vor Allem noch im Sommer war ich oftmals zeitig munter, so gegen 05:00 Uhr. Da ich nicht schlafen konnte setzte ich mich in den Garten auf einen Stuhl und ließ mich meditierend von der aufgehenden Sonne wärmen – ein unheimlich angenehmes Gefühl, da war es sogar möglich, die Schmerzen zu Momente lang zu vergessen und das ist sehr wichtig, denn mit derartigem Krankheitsbild ist man, beziehungsweise war es bei mir so, andauernd mit den Schmerzen beschäftigt und verbunden. Die Schmerzen gehören zu einem – man ist Eins mit seiner Krankheit, es wird Teil der Identität. Atemübungen durchzuführen und versuchen an nichts zu denken hat mir sehr gutgetan. Du kannst dir ja gern etwas über die Grundzüge der Meditation durchlesen oder auch auf Youtube beispielsweise eine geführte Meditation ausüben.

Als der Tag des Spitalsaufenthalts allmählich näherrückte, lud ich am Tag zuvor meine Freunde ein, um gemütlich beisammen zu sein. Ich habe die Schmerzmittel weggelassen und einige Biere getrunken – ich hatte das Gefühl, dass ich es brauche (Bitte auf keinen Fall nachmachen, doch da das hier die Geschichte MEINES Wegs ist, erwähne ich dieses Ereignis trotzdem). Es war ein sehr unterhaltsamer, lustiger Abend mit sehr bereichernden Gesprächen. Aber irgendwie war ich auch mies drauf, da schlussendlich der morgige Tag derjenige war, an welchem ich ins Spital für einen stationären Aufenthalt fuhr. Und ich war noch nie selbst in einem Spital, außer auf Besuch bei Verwandten. Es kam mir alles etwas surreal vor, doch ich packte meine Tasche und am Morgen darauf fuhren mich meine Eltern ins Krankenhaus. Die Behandlung wurde mit CT-gestützten Infiltrationen, physikalische Therapie und Physiotherapie durchgeführt. Zu meinem Überraschen, hat das wirklich gutgetan.

Spitalsaufenthalt

Am ersten Tag hatte ich die Aufnahme und einige Untersuchungen, im Krankenhaus Mistelbach wurde ich sehr freundlich aufgenommen und habe positive Erfahrungen gesammelt, obwohl ich generell ein Typ bin, der ungern im Krankenhaus ist und die pharmakonzerngesteuerte Schulmedizin kritisiert. Jedoch hätte ich die Schmerzen ohne den Medikamenten (Magenschoner, Tramal, Seractil, Novalgin und in späterer Folge auch Hydal) nicht ausgehalten – es war unmöglich und ich musste sie nehmen! Schulmedizin sollte in meinem Empfinden die alternative Medizin sein, zu welchen zB die Naturheilkunde usw. zählt, doch mit meinem Wissensstand war es mir unmöglich, meine Schmerzen mit Naturheilmitteln in den Griff zu bekommen.

Am ersten Tag, bei der Aufnahme bekam ich ein Mittagessen plus eine schmerzstillende Infusion in den linken Handrücken. Gewirkt hat sie auf jeden Fall, ich wurde müde und die Schmerzen wurden geringer, da saß ich noch im Aufenthaltsraum, bis ein Zimmerplatz frei wurde. Im Zimmer angekommen habe ich mich direkt gefreut, dass wir nur zu zweit im Zimmer waren, und der Zimmernachbar war sympathisch – und aus der Umgebung – noch dazu. Wir haben auf Anhieb harmoniert. Mein Zimmernachbar bekam ein künstliches Knie, für das war er recht tapfer, denn am Tag nach der Operation ging er schon selbst mit den Krücken auf die Toilette – wie man bei uns im Volksmund sagen würde, war er ein „harter Hund“. Der erste Tag war sonst ziemlich unspektakulär, ich bekam eine weitere Infusion gegen Abend und wurde auf die CT-gestützte Infiltration am nächsten Tag vorbereitet. Ehrlichgesagt konnte ich sie kaum erwarten, um endlich meine Schmerzen in den Griff zu bekommen. Wie man merkt, sind die Schmerzen das Hauptthema, aber in dieser Phase kann man über nichts anderes denken.

Nach der ersten, halbwegs erträglichen Nacht wurde ich in der Früh, gegen 07:15 nach dem Frühstück von zwei Herren abgeholt, die mich mit einem Rollstuhl zur physikalischen Therapie führten. Ich habe sie darauf hingewiesen, dass ich es schaffe auch zu Fuß zu gehen, aber die kannten da nichts und wollten mich auf keinen Fall gehen lassen. Eventuell schon aus dem Grund, dass eventuell etwas passieren könnte, sprich verletzen – wie auch immer. Nach relativ kurzer Wartezeit bekam ich eine galvanische Stromtherapie zwischen unterem Rücken und Gesäß – dort wo die Schmerzen auftreten – circa 15 Minuten lang im regelmäßigen Takt gemäßigte, kurze Stromschläge. Danach bekam ich eine Auflage, die der Moorpackung sehr ähnlich ist, nur aus Cayennepfeffer und noch einigen Zutaten, die ich mir nicht merkte. Das roch auf jeden Fall sehr gut und angenehm. Danach fühlte ich mich relativ gut. Nachdem das erledigt war, wurde ich wieder aufs Zimmer gebracht, ehe ich für die CT-gestützte Infiltration abgeholt wurde…

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