Mein Weg mit einem Bandscheibenvorfall (L5/S1) – #3

Hinweis: Dieser Artikel ist Teil einer Serie, also würde es eventuell Sinn machen, die vorherigen Artikel ebenfalls zu lesen, da sie aufeinander aufbauend sind:

Mein Weg – Teil 2
Mein Weg – Teil 1

bandscheibenvorfall

Infiltrationen

Im Laufe der darauffolgenden Wochen wurde ich insgesamt fünf Mal vom Arzt infiltriert. Mit einer langen Nadel wurde versucht so nah/genau wie möglich zu dem Bandscheibenvorfall vorzudringen, um diesen mit einem Medikament (Cortison) lokal zu umspülen. Dies hat eine entzündungshemmende und abschwellende Wirkung. Während des Infiltrierens spürte ich ein leichtes Ziehen ins Bein. Gut getroffen, und das ohne CT. Daraufhin sollte ich spazieren gehen, damit sich der Wirkstoff gut verteilen kann. Schlussendlich half es mir einige Tage um die Schmerzen zu lindern. Es waren jedoch insgesamt fünf Infiltrationen notwendig und im Nachhinein hat es nach einem Auf und Ab trotzdem nicht wirklich funktioniert.

Ich vereinbarte mir mit meiner Überweisung für die Neurochirurgie einen Termin zur Kontrolle im SMZ-Ost in Wien, wo ich in zwei Wochen einen Termin bekam. Im Krankenhaus angekommen, meldete ich mich an, um dann schlussendlich vier Stunden zu warten, ehe ich aufgerufen wurde. Wartend Sitzen ist generell mühsam mit einem Bandscheibenvorfall. Ich ging in den Gängen auf und ab, um mir etwas die Beine zu vertreten. Es kam mir wie eine halbe Ewigkeit vor.

Als mein Nachname durch die Lautsprecher genuschelt wurde, suchte ich den besagten Raum auf und stellte mich bei einer Dame mittleren Alters vor. Sie fragte, was ich beruflich mache und wie alt ich sei. „Arbeite im Büro – da sitze ich hauptsächlich – und bin 25 Jahre alt.“ Ich wurde daraufhin aufgefordert, drei Meter auf den Fersen und drei Meter auf den Zehen/Fußballen zu gehen. Das hat funktioniert, also wurde ich auch schon wieder nach draußen gebeten.

Ich habe mir mit der Überweisung für die Physiotherapie Termine vereinbart und begann fortan circa 10 Einheiten Physiotherapie auszuüben. Im Gesamten war es nicht schlecht, nach jeder „Behandlung“ konnte ich kaum gehen. Manchmal, als ich versuchte, selbst mit dem Auto hinzufahren, konnte ich nicht ins Auto einsteigen, weil ich mich nicht so weit beugen konnte, um einsteigen zu können. Nach einigen Versuchen hat es dann funktioniert, aber um die Spaziergänge bin ich nicht umher gekommen, das ist auch überhaupt etwas, was mir verlässlich immer geholfen hat.

Spaziergänge

Das Thema Spazierengehen möchte ich generell noch etwas ausführlicher beschreiben. Ich merkte, dass meine Schmerzen jedes Mal bei Bewegung gelindert wurden. Das erste was ich machte, wenn ich in der Früh aus dem Bett kam, war eine kurze Hose anzuziehen, Schlapfen oder Schuhe in die ich einfach reinschlüpfen konnte und daraufhin ging ich in den Garten. Ich ging immer noch gebeugt wie ein alter Mann. Mein Oberkörper war circa im 45-50 Grad-Winkel zum Erdboden geneigt. Die Beine konnte ich ebenfalls nicht durchstrecken. So kämpfte ich mich in ein Nebengebäude, welches vom Garten aus zugänglich ist und schaltete meine Siebträgermaschine (Kaffeemaschine für Espressozubereitung) ein und ging im Garten so lange auf und ab bis ich halbwegs gerade gehen konnte, beziehungsweise „halbwegs normal aussah“ und dann begab ich mich jeden Tag auf denselben Weg, egal bei welcher Witterung. Entlang eines Windschutzgürtels spazierte ich jeden Tag am Feldweg entlang.

Ich kann mich erinnern, dass die ersten Runden circa 700 Meter lang waren, bis ich schlussendlich in der selben Zeit circa das Doppelte, also 1,5 Kilometer ging. Wobei ich verhältnismäßig immer noch lange für die Strecke brauchte, aber das machte ja nichts, ich hatte schließlich Zeit und meine Schmerzen wurden dadurch um einiges erträglicher. Teilweise ging ich zwei bis drei Mal am Tag Spazieren und kam so circa im Monat auf 40 – 50 gegangene Kilometer – ich habe meine Spaziergänge jedes Mal mit der App „Runtastic“ aufgezeichnet, da ich mir das angewöhnt habe. Als Zusatzeffekt hat man durch die Statistik einen zusätzlichen analytischen Effekt und dadurch auch einen gewissen Ansporn.

Meinen nächsten Artikel findest Du hier:
Mein Weg – Teil 4

Posted in Bandscheibe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*