Hilfreiche Tipps bei einem Bandscheibenvorfall

Tipps und Tricks bei einem Bandscheibenvorfall

Ich kann immer nur von mir und meinen persönlichen Erfahrungen sprechen, diese sind demnach nicht allgemeingültig – aber vielleicht kann ich ja jemandem damit helfen:


  • Beim Schlafen die Beine etwas höher lagern (Würfel zum „rechtwinkelig“ hochlagern oder Rolle unter der Kniekehle)

  • Meditation zur Entspannung (ausführlicher Artikel folgt)

  • Spazierengehen (tagtägliche Spaziergänge, 2 Mal am Tag)

  • Aufs Heben und Tragen verzichten/schwere körperliche Belastung vermeiden, falls Kleinigkeiten gehoben werden, dann wie im verlinkten Artikel – > Richtig Heben und Tragen

  • Starke Übersäuerung verhindern (Ernährung, Tees, Salben)

  • In Situationen, in welchen man länger sitzt, darauf achten, dass man öfters aufsteht, etwas herumgeht und kleine Dehnungs- und Lockerungsübungen durchführt

  • in einer etwas gebesserten Phase tat mir vorsichtiges Tischtennis sehr gut

  • Positives Denken, mindset, Autosuggestion

  • Dehnübungen

  • Mit Eltern, guten Freunden darüber sprechen, auch mal loslassen

  • ein guter Arzt ist wichtig

  • schlecht: Alkohol, keine Bewegung, falsche Medikation (Arzt), Stress/Druck, Stoßbewegungen (Laufen, Radfahren – Schlaglöcher), Autofahren, Hüpfen usw.)

Mein Weg mit einem Bandscheibenvorfall (L5/S1) – #4

Hinweis: Dieser Artikel ist Teil einer Serie, also würde es eventuell Sinn machen, die vorherigen Artikel ebenfalls zu lesen, da sie aufeinander aufbauend sind:

Mein Weg – Teil 3
Mein Weg – Teil 2
Mein Weg – Teil 1

Wieder am Anfang

Nach mehreren Besuchen bei Dr. Loewit standen wir komischerweise wieder am Anfang der Prozedur und mir blieb schließlich nichts anderes übrig, als die Überweisung ins Krankenhaus wahrzunehmen und mich stationär aufnehmen zu lassen. Ich hielt die Schmerzen einfach nicht aus und ich weiß auch nicht, ob ich mich nicht sogar schon in der Phase einer Schmerzdepression befand, es war auf jeden Fall keine einfache Zeit, aber aus jedem Niederschlag kann man etwas lernen – es stimmt an sich, doch ist einfacher gesagt als getan – man muss die Kraft haben, um bei klaren Geist zu bleiben und das Beste daraus machen.

Meditation

Eine Tätigkeit, die ich abgesehen vom Bandscheibenvorfall schon ausübte, half mir ebenfalls etwas – und zwar die Meditation. Vor Allem noch im Sommer war ich oftmals zeitig munter, so gegen 05:00 Uhr. Da ich nicht schlafen konnte setzte ich mich in den Garten auf einen Stuhl und ließ mich meditierend von der aufgehenden Sonne wärmen – ein unheimlich angenehmes Gefühl, da war es sogar möglich, die Schmerzen zu Momente lang zu vergessen und das ist sehr wichtig, denn mit derartigem Krankheitsbild ist man, beziehungsweise war es bei mir so, andauernd mit den Schmerzen beschäftigt und verbunden. Die Schmerzen gehören zu einem – man ist Eins mit seiner Krankheit, es wird Teil der Identität. Atemübungen durchzuführen und versuchen an nichts zu denken hat mir sehr gutgetan. Du kannst dir ja gern etwas über die Grundzüge der Meditation durchlesen oder auch auf Youtube beispielsweise eine geführte Meditation ausüben.

Als der Tag des Spitalsaufenthalts allmählich näherrückte, lud ich am Tag zuvor meine Freunde ein, um gemütlich beisammen zu sein. Ich habe die Schmerzmittel weggelassen und einige Biere getrunken – ich hatte das Gefühl, dass ich es brauche (Bitte auf keinen Fall nachmachen, doch da das hier die Geschichte MEINES Wegs ist, erwähne ich dieses Ereignis trotzdem). Es war ein sehr unterhaltsamer, lustiger Abend mit sehr bereichernden Gesprächen. Aber irgendwie war ich auch mies drauf, da schlussendlich der morgige Tag derjenige war, an welchem ich ins Spital für einen stationären Aufenthalt fuhr. Und ich war noch nie selbst in einem Spital, außer auf Besuch bei Verwandten. Es kam mir alles etwas surreal vor, doch ich packte meine Tasche und am Morgen darauf fuhren mich meine Eltern ins Krankenhaus. Die Behandlung wurde mit CT-gestützten Infiltrationen, physikalische Therapie und Physiotherapie durchgeführt. Zu meinem Überraschen, hat das wirklich gutgetan.

Spitalsaufenthalt

Am ersten Tag hatte ich die Aufnahme und einige Untersuchungen, im Krankenhaus Mistelbach wurde ich sehr freundlich aufgenommen und habe positive Erfahrungen gesammelt, obwohl ich generell ein Typ bin, der ungern im Krankenhaus ist und die pharmakonzerngesteuerte Schulmedizin kritisiert. Jedoch hätte ich die Schmerzen ohne den Medikamenten (Magenschoner, Tramal, Seractil, Novalgin und in späterer Folge auch Hydal) nicht ausgehalten – es war unmöglich und ich musste sie nehmen! Schulmedizin sollte in meinem Empfinden die alternative Medizin sein, zu welchen zB die Naturheilkunde usw. zählt, doch mit meinem Wissensstand war es mir unmöglich, meine Schmerzen mit Naturheilmitteln in den Griff zu bekommen.

Am ersten Tag, bei der Aufnahme bekam ich ein Mittagessen plus eine schmerzstillende Infusion in den linken Handrücken. Gewirkt hat sie auf jeden Fall, ich wurde müde und die Schmerzen wurden geringer, da saß ich noch im Aufenthaltsraum, bis ein Zimmerplatz frei wurde. Im Zimmer angekommen habe ich mich direkt gefreut, dass wir nur zu zweit im Zimmer waren, und der Zimmernachbar war sympathisch – und aus der Umgebung – noch dazu. Wir haben auf Anhieb harmoniert. Mein Zimmernachbar bekam ein künstliches Knie, für das war er recht tapfer, denn am Tag nach der Operation ging er schon selbst mit den Krücken auf die Toilette – wie man bei uns im Volksmund sagen würde, war er ein „harter Hund“. Der erste Tag war sonst ziemlich unspektakulär, ich bekam eine weitere Infusion gegen Abend und wurde auf die CT-gestützte Infiltration am nächsten Tag vorbereitet. Ehrlichgesagt konnte ich sie kaum erwarten, um endlich meine Schmerzen in den Griff zu bekommen. Wie man merkt, sind die Schmerzen das Hauptthema, aber in dieser Phase kann man über nichts anderes denken.

Nach der ersten, halbwegs erträglichen Nacht wurde ich in der Früh, gegen 07:15 nach dem Frühstück von zwei Herren abgeholt, die mich mit einem Rollstuhl zur physikalischen Therapie führten. Ich habe sie darauf hingewiesen, dass ich es schaffe auch zu Fuß zu gehen, aber die kannten da nichts und wollten mich auf keinen Fall gehen lassen. Eventuell schon aus dem Grund, dass eventuell etwas passieren könnte, sprich verletzen – wie auch immer. Nach relativ kurzer Wartezeit bekam ich eine galvanische Stromtherapie zwischen unterem Rücken und Gesäß – dort wo die Schmerzen auftreten – circa 15 Minuten lang im regelmäßigen Takt gemäßigte, kurze Stromschläge. Danach bekam ich eine Auflage, die der Moorpackung sehr ähnlich ist, nur aus Cayennepfeffer und noch einigen Zutaten, die ich mir nicht merkte. Das roch auf jeden Fall sehr gut und angenehm. Danach fühlte ich mich relativ gut. Nachdem das erledigt war, wurde ich wieder aufs Zimmer gebracht, ehe ich für die CT-gestützte Infiltration abgeholt wurde…

Mein Weg mit einem Bandscheibenvorfall (L5/S1) – #3

Hinweis: Dieser Artikel ist Teil einer Serie, also würde es eventuell Sinn machen, die vorherigen Artikel ebenfalls zu lesen, da sie aufeinander aufbauend sind:

Mein Weg – Teil 2
Mein Weg – Teil 1

bandscheibenvorfall

Infiltrationen

Im Laufe der darauffolgenden Wochen wurde ich insgesamt fünf Mal vom Arzt infiltriert. Mit einer langen Nadel wurde versucht so nah/genau wie möglich zu dem Bandscheibenvorfall vorzudringen, um diesen mit einem Medikament (Cortison) lokal zu umspülen. Dies hat eine entzündungshemmende und abschwellende Wirkung. Während des Infiltrierens spürte ich ein leichtes Ziehen ins Bein. Gut getroffen, und das ohne CT. Daraufhin sollte ich spazieren gehen, damit sich der Wirkstoff gut verteilen kann. Schlussendlich half es mir einige Tage um die Schmerzen zu lindern. Es waren jedoch insgesamt fünf Infiltrationen notwendig und im Nachhinein hat es nach einem Auf und Ab trotzdem nicht wirklich funktioniert.

Ich vereinbarte mir mit meiner Überweisung für die Neurochirurgie einen Termin zur Kontrolle im SMZ-Ost in Wien, wo ich in zwei Wochen einen Termin bekam. Im Krankenhaus angekommen, meldete ich mich an, um dann schlussendlich vier Stunden zu warten, ehe ich aufgerufen wurde. Wartend Sitzen ist generell mühsam mit einem Bandscheibenvorfall. Ich ging in den Gängen auf und ab, um mir etwas die Beine zu vertreten. Es kam mir wie eine halbe Ewigkeit vor.

Als mein Nachname durch die Lautsprecher genuschelt wurde, suchte ich den besagten Raum auf und stellte mich bei einer Dame mittleren Alters vor. Sie fragte, was ich beruflich mache und wie alt ich sei. „Arbeite im Büro – da sitze ich hauptsächlich – und bin 25 Jahre alt.“ Ich wurde daraufhin aufgefordert, drei Meter auf den Fersen und drei Meter auf den Zehen/Fußballen zu gehen. Das hat funktioniert, also wurde ich auch schon wieder nach draußen gebeten.

Ich habe mir mit der Überweisung für die Physiotherapie Termine vereinbart und begann fortan circa 10 Einheiten Physiotherapie auszuüben. Im Gesamten war es nicht schlecht, nach jeder „Behandlung“ konnte ich kaum gehen. Manchmal, als ich versuchte, selbst mit dem Auto hinzufahren, konnte ich nicht ins Auto einsteigen, weil ich mich nicht so weit beugen konnte, um einsteigen zu können. Nach einigen Versuchen hat es dann funktioniert, aber um die Spaziergänge bin ich nicht umher gekommen, das ist auch überhaupt etwas, was mir verlässlich immer geholfen hat.

Spaziergänge

Das Thema Spazierengehen möchte ich generell noch etwas ausführlicher beschreiben. Ich merkte, dass meine Schmerzen jedes Mal bei Bewegung gelindert wurden. Das erste was ich machte, wenn ich in der Früh aus dem Bett kam, war eine kurze Hose anzuziehen, Schlapfen oder Schuhe in die ich einfach reinschlüpfen konnte und daraufhin ging ich in den Garten. Ich ging immer noch gebeugt wie ein alter Mann. Mein Oberkörper war circa im 45-50 Grad-Winkel zum Erdboden geneigt. Die Beine konnte ich ebenfalls nicht durchstrecken. So kämpfte ich mich in ein Nebengebäude, welches vom Garten aus zugänglich ist und schaltete meine Siebträgermaschine (Kaffeemaschine für Espressozubereitung) ein und ging im Garten so lange auf und ab bis ich halbwegs gerade gehen konnte, beziehungsweise „halbwegs normal aussah“ und dann begab ich mich jeden Tag auf denselben Weg, egal bei welcher Witterung. Entlang eines Windschutzgürtels spazierte ich jeden Tag am Feldweg entlang.

Ich kann mich erinnern, dass die ersten Runden circa 700 Meter lang waren, bis ich schlussendlich in der selben Zeit circa das Doppelte, also 1,5 Kilometer ging. Wobei ich verhältnismäßig immer noch lange für die Strecke brauchte, aber das machte ja nichts, ich hatte schließlich Zeit und meine Schmerzen wurden dadurch um einiges erträglicher. Teilweise ging ich zwei bis drei Mal am Tag Spazieren und kam so circa im Monat auf 40 – 50 gegangene Kilometer – ich habe meine Spaziergänge jedes Mal mit der App „Runtastic“ aufgezeichnet, da ich mir das angewöhnt habe. Als Zusatzeffekt hat man durch die Statistik einen zusätzlichen analytischen Effekt und dadurch auch einen gewissen Ansporn.

Meinen nächsten Artikel findest Du hier:
Mein Weg – Teil 4

Mein Weg mit einem Bandscheibenvorfall (L5/S1) – #2

Info: Falls du den ersten Teil nicht gelesen hast, dann findest du diesen hier: erster Artikel

Mein Weg mit einem Bandscheibenvorfall L5/S1 – Teil 2

bandscheibenvorfall

Aufgrund der langen Wartezeit habe ich mich entschieden, mich bei einem privaten MRT-Institut untersuchen zu lassen, und bekam für den darauffolgenden Tag einen Termin, der Spaß kostet 200 € – aber das war es auf jeden Fall wert. Ich hätte mit derartigen Beschwerden nicht einen weiteren Monat warten können.

Nach einer schlaflosen Nacht, kam endlich der Tag der MRT-Untersuchung, die etwas umständlich verlief, da es sehr viel Kraft und Hilfe benötigte, mich in die Röhre zu legen. Am Rücken liegend konnte ich mein rechtes Bein nicht durchstrecken, das Problem hatte ich schon länger. Nach circa 20 Minuten in der Röhre und anschließender Hilfe beim Aufstehen, wartete ich, bis relativ rasch die Befundbesprechung stattfand und sich mein Verdacht leider Gottes bestätigte.

Diagnose

Diagnose: Bandscheibenvorfall L5/S1 – und einen ziemlich schweren noch dazu, das mit knapp 25 Jahren. Das war im ersten Moment relativ hart und ich konnte es kaum realisieren. Alles zog an mir vorbei – ich konnte den Moment nicht wahrhaben. Meine Mutter fuhr mit mir, da ich nicht Autofahren konnte, sie sprach mir aufbauend zu – doch im ersten Moment schossen mir unzählige Gedanken durch den Kopf und ich wirke wie paralysiert.

Am nächsten Tag war ich beim Hausarzt, um den Befund zu besprechen und wurde mit einem Fortecortin (Breitband-Cortison) behandelt. Im ersten Moment war ich ziemlich skeptisch, aber durch die entzündungshemmende und abschwellende Wirkung, war ich in diesem Zustand fast angewiesen darauf, beziehungsweise habe es mir eingeredet, aber um die höllischen Schmerzen endlich in den Griff zu bekommen, habe ich es eingenommen. In den ersten Tagen haben die Schmerzen tatsächlich nachgelassen, jedoch leider nicht dauerhaft – aber eine dennoch sehr gute Wirkung. Einige Zeit nach der Einnahme merkte ich Wassereinlagerungen und das Bilden von Dehnungsstreifen an Achsel und Hüfte. Cortison schwächt unteranderem auch das Bindegewebe der Haut und kombiniert mit einer nicht wirklich gesunden Ernährung kann ich mir die Dehnungsstreifen erklären, obwohl ich mich die letzten Monate (circa 10 Monate) vom Gewicht her nicht verändert habe, sondern konstant auf meinem Gewicht blieb.

Wahlarzt

Das hat mich ziemlich belastet, denn, wer hat schon gern Dehnungsstreifen? Ich habe sie eingecremt, mich gesünder ernährt, aber die Narben sind vorhanden. Nach wiederkehrenden starken Schmerzen, habe ich mich entschieden, einen Wahlarzt mit mehr Erfahrung bei diesem Krankheitsbild aufzusuchen, Dr. Günther Loewit. Ein Arzt, den ich über die Dauer der Behandlung, kennen und zu schätzen gelernt habe. Ein interessanter, analytischer und „kompletter“ Arzt. Dr. Günther Loewit ist nebenbei auch Schriftsteller und Autor einiger Romane und kritischen Medizinbüchern. Ich habe dadurch gelernt, ein Krankheitsbild/Konflikt anders zu sehen und somit mich auch mit der Psychosomatik („psychische Vorgänge für Entstehung und Verlauf von Krankheiten.“) beschäftigt. Herr Dr. Loewit war allerdings auch der erste Arzt, der mir haargenau erklärt hat, was ein Bandscheibenvorfall ist.

Meinen nächsten Artikel findest du hier:
Bandscheibentagebuch #3

Mein Weg mit einem Bandscheibenvorfall (L5/S1) – #1

Mein Weg mit einem Bandscheibenvorfall L5/S1

Bandscheibenvorfall

Was ist das?

Zwischen den Wirbeln der Wirbelsäule befinden sich die Bandscheiben, diese dienen als eine Art „Stoßdämpfer“. Bei einem Bandscheibenvorfall wird das Gewebe der Bandscheibe nach außen gedrückt (der Faserring reißt und der Gallertkern tritt aus). Die schweren Probleme in Form von intensiven Schmerzen treten auf, wenn dieses ausgetretene Gewebe gegen einen Nerv/gegen die Nervenwurzel drückt. Je stärker der Nerv eingeklemmt wird, desto heftiger sind die Beschwerden. Die Diagnose erfolgt durch ein MRT (Magnetresonanztomographie) und das Therapieziel ist es, den bestehenden Druck auf den Nerv zumindest zu reduzieren und in weiterer Folge ihn zu eliminieren. Dauerhaftes Einquetschen oder gar das Abklemmen des Nervs kann schwerwiegende Folgen verursachen, wie beispielsweise zu Lähmungen führen.

Genau das ist mir im April 2019 passiert. Bei mir war der 5. bzw. der letzte Lendenwirbel betroffen mit Kontakt zu S1 (Kreuzbein). Während ich im Garten eines meiner Beete umgegraben habe, hatte ich große Stücke abgestochen und unsauber gearbeitet. Einerseits hatte ich es eilig und wollte es schnell erledigt haben. Als ich die erste Pause einlegte und mich hinsetzte um ein Glas Wasser zu trinken, merkte ich beim Ausstrecken der Beine ein Ziehen im rechten, unteren Rücken. Ich dachte mir, dass ich eben eine falsche Bewegung machte und es nach einigen Tagen von allein wieder verschwindet. Anschließend habe ich mich etwas gedehnt, und mit der Arbeit fortgefahren.

Mein Weg

Sonst weiter war nichts ungewöhnlich, außer dass das Ziehen wochenlang anhielt und nicht leichter wurde. Mit der Zeit merkte ich beim Hinunterbücken, Heben und beim Autofahren, dass es unangenehm im unteren Rücken bis zum Gesäß hin zieht.

Da Ende Mai ein Amsterdamurlaub vor der Tür stand, hab ich mich nicht sonderlich viel darum gekümmert, außer einige, halbherzig ausgeführte Dehnübungen zu absolvieren. Aber bei Stress, langem Sitzen und Stehen und vor Allem am Flughafen und während des Flugs merkte ich, dass sich der Zustand verschlechterte. Das morgendliche Aufstehen aus dem Bett wurde von Tag zu Tag schwieriger über die vier Tage hinweg. Schmerzmittel hatte ich im Gepäck, jedoch gab es Schmerzmittel Gott sei Dank auch in Amsterdam zu kaufen.

Als ich am letzten Tag im Urlaub 20 Minuten, nachdem ich aus dem Bett kam, nicht aufrecht gehen konnte, meinten meine Freunde schon, dass irgendetwas nicht stimmt. Ich wollte mir schließlich den letzten Urlaubstag nicht vermiesen lassen, versuchte mich abzulenken und war auch davon überzeugt, dass ich mich, wenn ich zu Hause ankomme, endlich untersuchen lassen müsse, denn es wurde unaushaltbar.

Zuhause angekommen (Montag) hatte ich höllische Schmerzen, also meldete ich mich krank und suchte am Dienstag meinen Hausarzt auf. Der Gedanke, dass eine Krankmeldung nach einem Urlaub nicht sonderlich gut aussieht, hat mich begleitet. Durch die drastisch Verschlechterung, konnte ich jedoch nicht anders. Ich bekam eine Überweisung zum Röntgen, da konnte man jedoch nichts erkennen, meine Schmerzen im Gegenteil ließen mich merken, es ist etwas Ernsthaftes.

Mit dem Befund suchte ich erneut die Urlaubsvertretung meines Hausarztes auf, die mir starke Schmerzmittel verschrieb und eine Überweisung für eine MRT-Untersuchung mitgab. Wartezeit auf einen Termin – 1 Monat. Das ist unmöglich mit derartigen Schmerzen. Mittlerweile konnte ich nicht mehr schlafen. Ich kam höchstens auf drei bis vier Stunden Schlaf pro Nacht. Es ist sehr unangenehm wenig Schlaf zu bekommen, doch unangenehmer ist es keine schmerzfreie Schlafposition im Bett zu finden. Notgedrungen habe ich mit einem Wäschekorb und einem Schuhkarton ein Konstrukt improvisiert, um mein rechtes Bein beim Liegen hochzulagern…. [Fortsetzung folgt]

Dies war der erste Artikel von der Serie „Bandscheibentagebuch“, die Folgeartikel findest du hier: Teil 2

sdr

Amsterdam, Mai 2019

Den zweiten Artikel findest du hier:
Bandscheibentagebuch #2