Mein Weg mit einem Bandscheibenvorfall (L5/S1) – #1

Mein Weg mit einem Bandscheibenvorfall L5/S1

Bandscheibenvorfall

Was ist das?

Zwischen den Wirbeln der Wirbelsäule befinden sich die Bandscheiben, diese dienen als eine Art „Stoßdämpfer“. Bei einem Bandscheibenvorfall wird das Gewebe der Bandscheibe nach außen gedrückt (der Faserring reißt und der Gallertkern tritt aus). Die schweren Probleme in Form von intensiven Schmerzen treten auf, wenn dieses ausgetretene Gewebe gegen einen Nerv/gegen die Nervenwurzel drückt. Je stärker der Nerv eingeklemmt wird, desto heftiger sind die Beschwerden. Die Diagnose erfolgt durch ein MRT (Magnetresonanztomographie) und das Therapieziel ist es, den bestehenden Druck auf den Nerv zumindest zu reduzieren und in weiterer Folge ihn zu eliminieren. Dauerhaftes Einquetschen oder gar das Abklemmen des Nervs kann schwerwiegende Folgen verursachen, wie beispielsweise zu Lähmungen führen.

Genau das ist mir im April 2019 passiert. Bei mir war der 5. bzw. der letzte Lendenwirbel betroffen mit Kontakt zu S1 (Kreuzbein). Während ich im Garten eines meiner Beete umgegraben habe, hatte ich große Stücke abgestochen und unsauber gearbeitet. Einerseits hatte ich es eilig und wollte es schnell erledigt haben. Als ich die erste Pause einlegte und mich hinsetzte um ein Glas Wasser zu trinken, merkte ich beim Ausstrecken der Beine ein Ziehen im rechten, unteren Rücken. Ich dachte mir, dass ich eben eine falsche Bewegung machte und es nach einigen Tagen von allein wieder verschwindet. Anschließend habe ich mich etwas gedehnt, und mit der Arbeit fortgefahren.

Mein Weg

Sonst weiter war nichts ungewöhnlich, außer dass das Ziehen wochenlang anhielt und nicht leichter wurde. Mit der Zeit merkte ich beim Hinunterbücken, Heben und beim Autofahren, dass es unangenehm im unteren Rücken bis zum Gesäß hin zieht.

Da Ende Mai ein Amsterdamurlaub vor der Tür stand, hab ich mich nicht sonderlich viel darum gekümmert, außer einige, halbherzig ausgeführte Dehnübungen zu absolvieren. Aber bei Stress, langem Sitzen und Stehen und vor Allem am Flughafen und während des Flugs merkte ich, dass sich der Zustand verschlechterte. Das morgendliche Aufstehen aus dem Bett wurde von Tag zu Tag schwieriger über die vier Tage hinweg. Schmerzmittel hatte ich im Gepäck, jedoch gab es Schmerzmittel Gott sei Dank auch in Amsterdam zu kaufen.

Als ich am letzten Tag im Urlaub 20 Minuten, nachdem ich aus dem Bett kam, nicht aufrecht gehen konnte, meinten meine Freunde schon, dass irgendetwas nicht stimmt. Ich wollte mir schließlich den letzten Urlaubstag nicht vermiesen lassen, versuchte mich abzulenken und war auch davon überzeugt, dass ich mich, wenn ich zu Hause ankomme, endlich untersuchen lassen müsse, denn es wurde unaushaltbar.

Zuhause angekommen (Montag) hatte ich höllische Schmerzen, also meldete ich mich krank und suchte am Dienstag meinen Hausarzt auf. Der Gedanke, dass eine Krankmeldung nach einem Urlaub nicht sonderlich gut aussieht, hat mich begleitet. Durch die drastisch Verschlechterung, konnte ich jedoch nicht anders. Ich bekam eine Überweisung zum Röntgen, da konnte man jedoch nichts erkennen, meine Schmerzen im Gegenteil ließen mich merken, es ist etwas Ernsthaftes.

Mit dem Befund suchte ich erneut die Urlaubsvertretung meines Hausarztes auf, die mir starke Schmerzmittel verschrieb und eine Überweisung für eine MRT-Untersuchung mitgab. Wartezeit auf einen Termin – 1 Monat. Das ist unmöglich mit derartigen Schmerzen. Mittlerweile konnte ich nicht mehr schlafen. Ich kam höchstens auf drei bis vier Stunden Schlaf pro Nacht. Es ist sehr unangenehm wenig Schlaf zu bekommen, doch unangenehmer ist es keine schmerzfreie Schlafposition im Bett zu finden. Notgedrungen habe ich mit einem Wäschekorb und einem Schuhkarton ein Konstrukt improvisiert, um mein rechtes Bein beim Liegen hochzulagern…. [Fortsetzung folgt]

Dies war der erste Artikel von der Serie „Bandscheibentagebuch“, die Folgeartikel findest du hier: Teil 2

sdr

Amsterdam, Mai 2019

Den zweiten Artikel findest du hier:
Bandscheibentagebuch #2
 

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